Galerie

Der Mac lernt sprechen!

Die „Bewohner“ der Apple-Welt sind einiges gewöhnt: schön designte Maschinen, intuitive grafische Nutzerinterfaces, einfache Prozesse, durchdachte Ablagesysteme mit einer praktischen Dokumentenvorschau und eine im Vergleich zur Windows-Welt geradezu peinlich schlechte Sprachverarbeitung. Dies ist umso erstaunlicher, als Apple mit dem i-Phone auch neue Trends der Mensch-Maschine-Interaktion im Konsumentenmarkt einführte wie Multi-Touchscreens und zugleich eine Sensorik integrierte, wie es sie vorher nur beim Wii-Controller des Spiele-Herstellers Nintendo gab und die eine einzigartige User Experience bietet. Doch bei allem Lob, das Apple-Chef Steve Jobs für sein i-Phone einheimste, war immer auch Unverständnis darüber zu lesen, warum das Handy keine vernünftige Sprachsteuerung habe.

Auf der gerade geendeten Macworld Expo wurde nun das Ende der Sprachlosigkeit auf dem Mac (zunächst allerdings nur auf den Maschinen mit Intel-Prozessoren) verkündet: Nuance lizenziert seine unter dem Namen Dragon NaturallySpeaking bekannte Dictation Technologie an MacSpeech, ein Unternehmen, das seit zehn Jahren ausschließlich Sprachverarbeitungsanwendungen wie die „iListen“-Software für das Mac-Framework baut. Intel-Mac-User können nun ebenso wie Windows-PC-Nutzer mit Dragon NaturallySpeaking Texte in den Texteditor diktieren, Mails per Sprachbefehl öffnen, ihren Inhalt anhören und die Mail per Diktat beantworten.

Für das Voice Business ist dies meiner Meinung nach ein echter Meilenstein: Je mehr der von vielen Verbrauchern als IT-Trendsetter angesehenen Mac-User, darunter viele Kreative, IT-ler und Multiplikatoren, die Sprachverarbeitung auf ihren Rechnern einsetzen und deren Performance schätzen lernen, desto positivere Auswirkungen wird das auf das Voice Business im Besonderen haben: Die Nutzerakzeptanz von Sprachsteuerung und –eingabe wird zunehmen, die Kreativen werden ihre Erfahrungen mit Sprachverarbeitung auf andere Szenarien übertragen und so z.B. Vorbehalte gegenüber Sprachdiensten abbauen.

Und wenn Steve Jobs erstmal MacSpeech Dictate auf seinem neuen MacBook Air installiert hat, sollte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis er die Maschinensteuerung per Sprachbefehl auf allen seinen Produkten verfügbar machen wird, vielleicht sogar per Firmware-Update auf den i-Phones. Das würde der Entwicklung von Sprachverarbeitung zur Gerätebedienung zum Mainstream einen weiteren Push geben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s