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Identity Management mit VOICE – ein 50 Milliarden Euro Markt?

Unter Identity Management versteht man die zentrale Verwaltung von Identitäten und den damit verknüpften Attributen (Namen, Telefonnr., Rollen, Berechtigungen etc.), die auf Basis von Verzeichnisdiensten die Identifikatoren den gespeicherten Identitäten und deren Attributen zuordnen (und vice versa). Darunter fällt zum Beispiel die Authentifizierung über mehrere Systeme hinweg (Single Sign-On), die Verifikation von Identitäten durch automatisierte Authentifizierung, das persönliche Wissen (Zugangsdaten, Passwörter), der persönliche Besitz (Key card) und natürlich biometrische Merkmale wie Fingerprint, Iris, Face und Sprechererkennung. Anwendungsfelder für Identity Management sind e-Commerce (e-Shopping, e-Auction, e-Banking), e-Government (Anfragen, Steuerklärungen), e-Justiz (Zivilklagen, on-line Mediation, strafrechtliche Verfahrensprozesse), e-Voting, e-Health, Location Based Services und andere.

Für UK gehen manche Experten von bis zu 2 Mrd. Transaktionen jährlich aus, die einen ID-Check benötigen; die Hälfte davon im Financial-Sektor, bei Kosten von 25-30? pro Vorgang, der Rest überwiegend im Government und Retail-Bereich. In Deutschland werden diese Zahlen kaum niedriger liegen ? wir reden also von einem 50 Mrd. Euro Markt, von dem auch für biometrische Identifikationsverfahren (z.B. Sprachanwendungen) mehr als die heute etwa 100 Mio. US$  (weltweit) abfallen könnten.

Aktuelle Anwendungen (vgl. auch http://www.voice-community.de/index.aspx?page=392) zeigen, dass Sprecherverifikation technologisch reif ist und ihre Sicherheit zumindest der der heutigen digitalen Signaturen entspricht. Erfolgreiche Implementierungen (z.B. im Finanz-Sektor) zeigen mögliche Einsparpotentiale, Kundenakzeptanz und teils sogar höhere Service-Level. Und die zunehmende Kriminalität im e-Commerce wird deutlichere Marktnachfrage nach sicheren und anwenderfreundlichen Authentifizierungs-Lösungen schaffen.

Für Sprachanwendungen spricht im Vergleich mit anderen biometrischen Verfahren, dass der Authentifizierungsprozeß über Sprache keine physische Präsenz erfordert ? weder beim ?enrollment? noch bei der späteren Nutzung. Sprach-Authentifizierung ist zudem das einzige biometrische Verfahren, welches keine zusätzliche Hardware benötigt (vgl. Fingerprintlesegeräte etc. ? ein Telefon hat ?jeder?).

Unternehmen mit zahlreichen Kundenkontakten (Call Center, Telekommunikationsdienste) könnten das Thema im Endkundenmarkt platzieren und zu einem Erfolg machen. Die TelCos verfügen über Erfahrung im Umgang mit sehr großen Mengen vertrauenswürdiger Kunden- / Teilnehmer-bezogener Daten und über eine breite installierte Basis von Sprachportalen für Sprachauthentifizierungssysteme.

Cases wie VW Financial Services, das Passwort-Reset der Karlsruher Versicherungen (durch den schon nach drei  Monaten 91% der Anfragen automatisiert wurden), der Allianz (mit 60.000 Nutzern), der HypoVereinsbank (40.000 User, 24h Service notwendig) oder Swisscom (4 Sprachen, 18.000 User, 3 Monate Implementierungszeit) sind die Einstiegsszenarien, die, getrieben primär von Kostenreduktion, vor allem zur Marktschulung beitragen ? wer von der Arbeit die Sprachauthentifizierung kennt, akzeptiert sie eher auch im privaten Bereich (B2B wird Pionier für den B2C-Markt).

Aber auch für eBay-Transaktionen, das online-Banking, TV-Shopping oder Wahlen bieten sich Sprachauthentifizierungsverfahren an ? jedoch ist uns außer mit einer HSN-Teleshopping-Anwendung in den USA nichts Derartiges bekannt.

Manche Marktkenner meinen, dass es noch kein ausreichendes Bewusstsein für die Möglichkeiten dieser Technologie gebe. Auch seien noch Herausforderungen wie die Senkung von Fehlerraten bei Hintergrundgeräuschen oder im Krankheitsfall, eine Verkürzung der Sales- und Implementierungszyklen oder die Schaffung von mehr Glaubwürdigkeit und weitere Regulierung/Standardisierung zu meistern, bevor der Markt des VOICE-Identitiy Managements abheben könne.

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