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Mobile Provider nutzen Voice zur Mobilisierung von Social Web-Angeboten

 Die seit ca. 2003 entstandenen Web 2.0 Anwendungen und Social Webs haben die Online-Welt geradezu umgekrempelt: Das erst 2005 gegründete „Video-Portal für jedermann“ YouTube z.B. hat in den USA heute einen Marktanteil an der Internetnutzung von 73% (sic!), täglich werden etwa 65.000 Videos hoch- und 100 Mio. Videoclips heruntergeladen – das entspricht 10% des gesamten US-amerikanischen Internet-Traffic. MySpace hat weltweit ca. 180 Mio. User. StudieVZ wird nur in Deutschland von seinen 8 Mio. Mitgliedern über 10 Mrd. mal im Monat aufgerufen. Im B2B-Bereich bricht XING mit 2,65 Mio. Nutzern alle Rekorde. Da ist es kein Wunder, dass die Mobilfunkanbieter größtes Interesse daran haben, die Attraktivität ihrer Mobile Services durch die Bereitstellung von mobilen Web 2.0-Anwendungen und Social Webs zu steigern und von der hohen Nutzungsintensität dieser Angebote direkt (Daten-Traffic) und indirekt (Mobile Marketing) zu profitieren.

Zahlreiche Studien wie der jüngst erschienene „Praxisleitfaden Mobile Marketing“ belegen die Richtigkeit der Strategie, auf die Bereitstellung eines mobilen Zugangs zu diesen Diensten zu setzen: 62 Prozent der Mobilfunkkunden mit mobilem Internetzugang nutzen Mobile Communities und Social Webs, um Bewertungen und Empfehlungen von Restaurants, Shopping- und Freizeitangeboten durch andere Mitglieder einzusehen oder selbst zu verfassen. Rund ein Drittel nutzen Mobile Communities zum kostenlosen Chat und Informationsaustausch unter Gleichgesinnten. Und das Beste ist: Die Konsumenten sind – anders als im „stationären“ Internet – auch bereit, für die mobile Nutzung ihrer Communities zu bezahlen.

Die Mobilfunkprovider sind daher längst in das Geschäft mit den Mobile Communities eingestiegen, um daraus Profit Center zu machen und sie z.B. durch Mobile Marketing Maßnahmen zu refinanzieren. Doch es ist nicht leicht, die Attraktivität der Social Webs im Mobile Medium zu reproduzieren: Wer z.B. nach einem Restaurantbesuch seine „Restaurant-Kritik“ mit dem Mobile Device in einen entsprechenden Blog oder ein bestimmtes Forum eintragen wollte, wurde lange durch die umständliche Eingabe auf der „12er-Tastatur“ behindert. Auch die Beschreibung des Party-Videos auf YouTube mit dem Handy ist mehr als umständlich. Es ist also nur folgerichtig, dass Anbieter wie Vodafone UK vor einiger Zeit begonnen haben, Sprachtechnologie zu nutzen, um ihr Angebot mobiler Communities noch attraktiver zu machen: Sie ermöglichen den Usern, durch den Anruf einer bestimmten Nummer ihre Texte „aufzusprechen“ – eine Transkriptionssoftware wandelt das gesprochene Wort in Text um und publiziert diesen direkt in dem Account des Users.

Diesen Service bieten Mobilfunkbetreiber wie Vodafone UK oder Social Web-Anbieter wie Facebook ihren Nutzern kostenlos an – es stellt sich die Frage, wie die Bereitstellung dieser Dienste refinanziert werden kann. Dazu gibt es mehrere Ansätze: Bei Vodafone z.B. wird der von dem Spezialisten Spinvox angebotene kostenlose Blogging-Dienst über eine als Zusatzservice buchbare Anwendung refinanziert, die auf der Mailbox eingehende Audionachrichten transkribiert und als SMS und eMail versendet, sodass der User nicht ständig umständlich seine Mailbox abhören muss, sondern mit einem Blick die eingehende Nachricht lesen kann. Der kostenlose Blogging-Service wird somit als Added Value bereitgestellt, um die Attraktivität des Dienstes und somit seine Nutzungsintensität zu steigern. Und das funktioniert gut: So sprechen etwa in der Bay Area rund um San Francisco bereits 10% der Nutzer des lokal bedeutendsten Blogs ihre Texte an Ort und Stelle per Telefon auf, anstatt sie zuhause mit dem Computer hochzuladen. Vodafone UK spricht von weit über 100.000 Kunden, die bei ihren Aktivitäten in Mobile Communities die Spracheingabe nutzen.

Gleichzeitig arbeiten die Provider und Diensteanbieter daran, Mobile Marketing in das Geschäftsmodell zu integrieren: Sie entwickeln Szenarien, in denen etwa einer transkribierten Nachricht, in der ein Freund ein Treffen zum Kaffeetrinken vorschlägt, ein Starbucks Coupon für einen kostenlosen Brownie angehängt wird.

Doch die Sprachtechnologie trägt nicht nur zu den Umsätzen der Provider und der Schaffung attraktiver, weil besonders aktueller User Generated Contents bei, sie schafft auch neue Perspektiven für die Schaffung des sogenannten „Semantischen Webs“: Voice Analysis, die im Hintergrund z.B. die Beschreibungen der YouTube-Clips analysiert, liefert Daten zur Indizierung der Inhalte, die in den Metatags der Contents hinterlegt werden – die Nutzer liefern ihren Betreibern dann nicht nur kostenlosen User Generated Content, sondern kreieren sukzessive auch eine „User Generated Semantik“, die die Auffindbarkeit von Informationen im Internet weiter beschleunigt.

Insofern sehen Fachleute im Einsatz von Voice einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Mobilisierung sozialer und Web 2.0-Angebote. Die Voice Branche wiederum profitiert von den positiven Erfahrungen der Nutzer – die Hürden, Sprachcomputer zu benutzen, sinken mit jedem glücklichen Blogger, der seine Eventkritik noch vor Ort, noch unter dem unmittelbaren Eindruck des erlebten publizieren kann – vom Telefon. Und das Web 2.0 sowie die Bloggosphäre werden noch authentischer und noch aktueller: Sprachtechnologie in mobilen Communities, Foren und Blogs sorgt für eine neue Qualität an Inhalten, die ohne sie nicht zustande kommen würden.

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